Nilkreuzfahrten in Ägypten

Der Nil ist mit seinen rund 6.700 Kilometern Länge der längste Fluss der Erde. Da Ägypten zum größten Teil aus einer Wüstenlandschaft besteht, konzentriert sich der Lebensraum der Bevölkerung entlang des Nils und im Nildelta (wie zum Beispiel in Kairo und Alexandria). Der Nil war, ebenso wie Euphrat und Tigris, ein idealer Lebensraum für eine der ersten Hochkulturen der Menschheit. Die Ägypter fanden hier fruchtbares Land sowie ein angenehm warmes Klima und konnten somit optimal leben und ihre Kultur weiterentwickeln. Daher liegen auch die prunkvollen Städte des einstigen Königreiches Ägypten und die beeindruckenden Tempelanlagen an dieser Lebensader: Kairo Theben, Luxor oder Abu Simbel erheben sich an den Ufern des Nils.

Wenn man die überwältigenden Orte besichtigen möchte, ist eine Nilkreuzfahrt eine angenehme Art und Weise, sich zwischen den verschiedenen Tempelanlagen zu bewegen. Schließlich ist es hier sehr heiß und auf einem großen Schiff kann man sich während der Reise zwischen den einzelnen Besichtigungen gut erholen und entspannen. An Bord findet man meist Swimmingpools, Sonnendecks, Restaurants und natürlich Kabinen als Unterkunft für die Reise entlang des Nils. An Land geht man nur zu Besichtigungen, ansonsten wird man an Bord rundum verpflegt.

Die meisten Schiffe verkehren zwischen Luxor und Assuan. Man kann zunächst das Tal der Könige besuchen, wo Luxor und Karnak an der Stelle des antiken Theben liegen.

Nach einer Besichtigung der Tempelanlagen von Luxor geht es weiter nach Esna. Hier steht eine kleinere Tempelanlage. Weiter südlich liegt die weitaus beeindruckendere Tempelanlage von Edfu mit dem Horus Tempel, einem der schönsten Tempel am Nil. Die Anlage ist gut erhalten und die Reliefs noch zu erkennen. Bewacht wird der Horus Tempel von einem Falken. Der Falke stellt den Gott Horus dar, der in ganz Ägypten verehrt wurde. Am Ende der Nilkreuzfahrt gelangt man nach Assuan. Etwa 300 km südlich von Assuan liegt der Tempel von Abu Simbel. Dieser prächtige Tempel mit den riesigen Statuen von Ramses II. musste nach der Erbauung des Assuan Staudamms versetzt werden, um nicht unter dem sich stauenden Wasser zu versinken. Dieses schwierige und sehr teure Vorhaben wurde mit Hilfe der UNESCO und der damaligen Sowjetunion verwirklicht. Die riesige Tempelanlage wurde dann an einer nicht gefährdeten, höher gelegenen Stelle wieder aufgebaut und seine Ausrichtung möglichst genau an die ursprüngliche angenähert. Die Ausflüge nach Abu Simbel werden meist mit einem Bus gemacht.

Ebenfalls von den Wassermassen betroffen war der Tempel von Philae in der Nähe von Assuan. Mit der Errichtung des Großen Staudamms hätte sich die Strömung hier so stark erhöht, dass bereits nach wenigen Jahren die Fundamente des Philaetempels weggespült worden wären. Daher wurde auch dieser Tempel abgetragen und unter Berücksichtigung der topografischen Verhältnisse auf einer höher gelegenen Insel wieder aufgebaut. Trotz dieser Umsetzung gilt Philae als eine der besterhaltenen Tempelanlagen aus der ptolemäischen und römischen Epoche.

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